Köln, 5. April 2011 - Anschlussbleche an Dachpfannen, Gemäuer oder Firste erfordern von Handwerkern ein besonderes Augenmerk. Um Wetterextremen eine geringe Angriffsfläche zu bieten, müssen Bleche eng am Untergrund anliegen. Andernfalls entstehen leicht Aufplatzungen oder Risse. Eintretende Feuchtigkeit kann Schäden an der Unterkonstruktion nach sich ziehen. Eine präzise Ausführung von Anschlüssen ist daher entscheidend.
Formteile kommen in der
Regel nicht in Betracht, da das Anschlussmaterial vor Ort den
Gegebenheiten
individuell angepasst werden muss. Besonders
zuverlässige Ergebnisse liefert der Einsatz von Walzblei. Der
Traditionswerkstoff lässt sich durch Zuschneiden, Treiben und
Falzen in jede
erdenkliche Form bringen. Gerade bei kleinteiligen
Anwendungen wissen Handwerker die Flexibilität des
Universal-Werkstoffs zu
schätzen. Walzblei ist mit allen gängigen Bau- und
Deckwerkstoffen gut zu
kombinieren. Das Metall schmiegt sich aufgrund seines hohen
Eigengewichts wie
eine zweite Haut an die Gebäudeteile. Auch unter Umweltaspekten
weiß der
Werkstoff zu überzeugen: Walzblei erfordert keine
Klebeverbindung und ist zu
100 Prozent recyclebar.
Selbst knifflige Anschlüsse stellen mit Walzblei kein Problem dar. Bei Steildächern sorgt Walzblei für eine sichere Verwahrung des seitlichen Übergangs zu aufgehenden Bauteilen. Die Ausführung erfolgt zweiteilig: Beim dachseitigen Anschluss werden Nocken über die einzelnen Dachziegel gearbeitet. Für den wandseitigen Anschluss werden aus Bleiblechen gestufte Überhangstreifen geschnitten und mittels Bleikeil in den Mauerwerksfugen befestigt. Ein weiterer typischer Anwendungsbereich für Walzblei-Anschlüsse sind Dachgauben. Blei lässt sich genau an die Form der Gaube und der Dachziegel anpassen. Fensterpfosten werden durch sorgfältiges Treiben eingefasst. Auch bei Firstanschlüssen an Gebäudeecken greifen Handwerker oft auf Walzblei zurück. Durch Einschweißen eines Zwickels kann die Bleiverwahrung flexibel an die komplexe Ecksituation angepasst werden.
Walzblei ermöglicht präzise und langlebige Ausführungen für alle Anschlusssituationen. Detaillierte Verarbeitungstipps erhalten Handwerker im vierteiligen Handbuch für die Verarbeitung von Saturnblei. Es wurde gemeinsam mit dem ZVDH und dem ZVSHK entwickelt und fasst alle praktischen Anwendungsregeln zusammen. Es ist jetzt unter der Rubrik Fachliteratur zum Preis von 25 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer zu bestellen.
Walzblei-Anschlüsse: Faustformeln für die Praxis
Der Werkstoff Saturnblei eignet sich für alle erdenklichen Anschlusssituationen an Dach und Fassade. Richtig verarbeitet, gewährleistet Walzblei zuverlässige und dauerhafte Lösungen ohne Wartung.
Blechdicke: Wird eine zu geringe Blechdicke gewählt, steigt die Gefahr von Ausdünnungen und Rissbildungen. Die Wahl der Materialstärke richtet sich nach der jeweiligen Anwendung. Für Anschlüsse sollte mindestens 1,25 Millimeter dickes Blech verwendet werden.
Zuschnittgröße: Die temperaturbedingte Längendehnung kann zur Materialermüdung führen. Je dünner das eingesetzte Bleiblech ist, desto kleiner müssen Länge und Breite des Zuschnitts ausfallen. Bei 2 Millimetern Blechdicke beträgt die maximale Länge 1,5 Meter.
Überdeckungslänge: Bei zu geringer Überlappung zweier Bleibleche kann Wasser in die Unterkonstruktion gelangen. Je geringer die Dachneigung, desto größer sind die Überdeckungslängen zu bemessen. Bei einer Neigung von 30 Grad müssen sich die Bleche mindestens 115 Millimeter überlappen.
Befestigung: Bleiblech kann Bewegungen zwischen Dachfläche und anderen Bauteilen kaum aufnehmen. Damit steigt durch starre Befestigungen das Schadenspotential durch temperaturbedingte Längendehnung. Bleiblech sollte deshalb nur an einer Seite und möglichst punktuell befestigt werden.
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