Eine verstärkte Nachfrage aus den
Wachstumsmärkten in Asien treibt die Rohstoffpreise für
Baumetalle zu immer neuen Rekordwerten. Während Handwerker
gezwungen sind, Preissteigerungen an Kunden weiterzugeben und
in Erklärungsnotstand geraten, verstärken Spekulanten den
Trend noch. Der Rohstoff Blei hat sich von der allgemeinen
Preisspirale abgekoppelt und zeigt sogar leicht rückläufige
Preise. Stefan Schneider, Vorstandsvorsitzender der
Gütegemeinschaft Saturnblei e.V., beurteilt die aktuelle
Entwicklung und nennt Gründe für diese Situation.
Die Börsenpreise vieler Baumetalle
sind innerhalb eines Jahres drastisch gestiegen -
Aluminium um über 40 Prozent, Kupfer um rund 100 Prozent
und Zink sogar um gut 150 Prozent. Warum sieht die
Preisentwicklung bei Blei anders aus?
Mit einem Minus von 2,5 Prozent
weist Blei im Jahresvergleich für den Monat Juni als einziges
Baumetall eine rückläufige Preisentwicklung auf. Ein zentraler
Grund besteht darin, dass eine verstärkte Erzförderung die
bestehende Angebotslücke verringert hat. Zudem verfügt Blei
durch eine Recyclingquote von nahezu 100 Prozent über eine
bedeutende zusätzliche Rohstoffquelle. Ein weiterer Aspekt ist
der niedrige Energiebedarf zur Bleiproduktion. Bei Aluminium
etwa resultiert der hohe Börsenpreis auch aus den hohen
Rohstoffkosten für Strom, die rund 30 Prozent der
Produktionskosten ausmachen.
Ist die Verwendung von recyceltem
Blei mit Qualitätsverlusten verbunden?
Blei kann ohne
Qualitätsverluste recycelt werden, egal wie oft oder wie lange
es vorher genutzt wurde. Das gleiche Material, das heute als
Abdichtung eines modernen Hauses verwendet wird, könnte
bereits vor über hundert Jahren an einer Kirche eingesetzt
worden sein. Die Eigenschaften des Metalls und die bewährten
technischen Verfahren machen das Recycling theoretisch unendlich
wiederholbar. Im Gegensatz zu Einweg-Werkstoffen ist Blei damit
ein vorbildlicher Mehrweg-Werkstoff. Das Gütesiegel „Saturnblei“
garantiert RAL gesichertes Walzblei von höchster
Produktqualität.
Auf welche weiteren Preisentwicklungen müssen sich Handwerker
einstellen?
Es lässt sich nur schwer sagen,
wie sich die Rohstoffpreise entwickeln werden. Die Marktdaten
sprechen für eine weitgehende Preisstabilität bei Aluminium,
Zink, Kupfer und Blei. Alle Rohstoffpreise werden allerdings
weiterhin stark von Spekulanten beeinflusst.
Was raten Sie Dachdeckern und
Klempnern, die ihren Kunden hohe Preise und wirtschaftliche
Alternativen erläutern müssen?
Gerade in Zeiten steigender
Rohstoffpreise empfehlen wir den Einsatz von traditionellen und
bewährten Baumetallen wie Blei. Kaum ein anderes Produkt ist so
hochwertig, vielseitig und langlebig wie „Saturnblei“. Viele
scheinbar günstigere Alternativen aus anderen Werkstoffen können
schon nach kurzer Zeit die teurere Lösung darstellen. Aufgrund
einer kürzeren Lebensdauer drohen hohe Folgekosten. Außerdem
haben auch andere Werkstoffe ihre Abhängigkeit von
Rohstoffpreisen nicht verloren. So gibt es auch starke
Preisschwankungen im Kunststoff- und Bitumenbereich.
Welche Sparpotenziale bieten sich
bei der Auswahl von Baumetallen?
Entscheidend ist eine hohe
Wirtschaftlichkeit auf der Basis kalkulierbarer Größen. Dadurch
ist Sparen auch trotz der Preisexplosion möglich. Bei der
Auswahl von Baumetallen gewinnen Kriterien wie leichte
Handhabung, lange Lebensdauer und nachgewiesene Qualität an
Gewicht. Traditionelle Werkstoffe wie „Saturnblei“, die heute
mit modernsten Beschichtungen versehen werden können, bieten die
höchsten Sparpotenziale.
Welche Sparmaßnahmen können
Handwerker in der Praxis ergreifen?
Handwerker sollten überlegen,
welche Einsparmöglichkeiten es am Material gibt, ohne die
Qualität der Ausführung zu beeinträchtigen. „Saturnblei“ ist
auch in einer plissierten Variante erhältlich. Damit lässt sich
der Werkstoff bereits ab einer Dicke von nur einem Millimeter
leicht formbar verlegen. Ein weiteres Sparpotenzial bietet die
Entsorgung von auf Baustellen demontierten Altmetallen, da mit
den Börsenpreisen auch die Schrottpreise steigen. Die Erlöse
hierfür liegen weit über einem Beitrag für die Kaffeekasse.
Wie bewerten Sie die Marktaussichten für
Walzbleiprodukte?
Die Aussichten für Walz- und
Stranggussprodukte aus Blei sind durchweg positiv. Nach
Erhebungen der Internationalen Blei- und Zinkstudiengruppe wird
der Markt weiter wachsen. Die größte Nachfrage erwarten wir in
den Ländern Großbritannien, Deutschland, Belgien und den
Niederlanden.
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© Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. / 28.7.2006
