Regen macht Gebäuden immer mehr zu schaffen. Die
Niederschlagsmenge nimmt in den Wintermonaten und
Übergangsjahreszeiten tendenziell zu. Dies belegen Studien
renommierter Klimaforscher wie das Max-Planck-Institut für
Meteorologie oder das Institut für Atmosphäre und Umwelt. Vor
allem die Gebäudehülle mit ihren zahlreichen Ausführungen steht
durch Wetterkapriolen immer stärker auf den Prüfstand. Der
Dachentwässerung kommt eine wachsende Bedeutung zu. Kehlen und
Rinnen durchziehen die gesamte Dachlandschaft und können bei
unsachgemäßer Bearbeitung gravierende Folgeschäden nach sich
ziehen. Die eingesetzten Materialien müssen extrem
witterungsbeständig und gleichzeitig langlebig und flexibel zu
verarbeiten sein.
Die Ausführung von
Dachkehlen erfordert besondere Aufmerksamkeit. Selbst bei
erheblichen Regenmengen in kurzer Zeit darf beim Abfluss keine
Feuchtigkeit in die Dachkonstruktion gelangen. Ein Höchstmaß an
Schutz und Zuverlässigkeit ermöglicht der Einsatz des
Traditionswerkstoffs Walzblei. Er kann vor Ort präzise
zugeschnitten und auch einem stark profilierten Untergrund
optimal angepasst werden. Bei sachgemäßer Anwendung kann das
Ergebnis über Jahrzehnte hinweg seinen Zweck erfüllen.
Entscheidend ist das richtige Maß. Bei der Verwendung von
Bleiblech sollte das Material immer eine Mindestdicke von zwei
Millimetern aufweisen. Andernfalls können Ausdünnungen oder gar
feine Risse beim Treiben des Blechs entstehen. Auch die Wahl der
Überdeckungslängen der eingesetzten Schare ist für die
Wasserdichtigkeit der Kehlen maßgeblich. Sind die Überlappungen
zu kurz bemessen, saugt die Kapillarität zwischen den
Blechen Wasser in die Unterkonstruktion. Grundsätzlich gilt: Je
geringer die Dachneigung, desto größer die Überdeckungslänge.
Muss bei einer Neigung von 10 Grad noch eine Überlappung von 290
Millimetern eingehalten werden, so sind ab einer Neigung von 50
Grad nur noch 100 Millimeter erforderlich.
Hitze und Kälte lassen Blei arbeiten. Das Material benötigt
ausreichend Spielraum für thermisch bedingte Dehnungen.
Andernfalls können Aufstauchungen oder Risse entstehen.
Bleischare dürfen nur an der Oberkante mit Breitkopfstiften
direkt auf der Unterlage befestigt werden. Je nach Scharlänge
und -gewicht sind ein bis drei Nagelreihen im Abstand von etwa
25 Millimetern erforderlich. Detaillierte Informationen zur
Ausführung von Dachkehlen mit Walzblei bietet das Handbuch für
die Verarbeitung von Saturnblei der Gütegemeinschaft Saturnblei
e.V. Es wurde gemeinsam mit dem ZVHD und dem ZVSHK entwickelt
und kann hier bestellt werden.
- Fotos stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung -
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© Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. / 10.5.2012
