Walzblei verfügt über ein hohes Eigengewicht und ist leicht verformbar. Deshalb bietet der Werkstoff ideale Voraussetzungen, um auch starken Stürmen zu trotzen. Eine fachgerechte Verlegung ist aber Pflicht.
Köln, 21. Juni 2013 - Die Herbst- und Winterstürme haben deutlich an Stärke zugenommen. Dächer müssen hohe Windsoglasten aushalten. Die größten Sturmschäden drohen an Flächen, die sich in windexponierter Lage befinden. Dazu zählen Rand- und Eckbereiche von Dächern mit einer Neigung bis 35 Grad. Auch Fassaden und Gebäudeteile, die weit hinausragen, sind in hohem Maße gefährdet. Ein besonderes Augenmerk erfordern Kirchtürme und Kuppeln.
Richtig verarbeitet, können
Walzblei-Anwendungen an Dach und Fassade auch starken Stürmen
trotzen. Das Material findet nicht nur im Denkmalschutz, sondern
vermehrt auch bei Neubauten Anwendung. Synthetische
Bauwerkstoffe sind oft zu leicht, um Windsoglasten viel entgegen
zu setzen. Walzblei hingegen ist das schwerste und weichste
Baumetall. Es lässt sich manuell bearbeiten und in nahezu jede
Form bringen. Es bietet einen zuverlässigen und dauerhaften
Witterungsschutz selbst bei extremen Wetterbedingungen.
Nichtsdestotrotz rät die Gütegemeinschaft Saturnblei,
sturmanfällige Stellen regelmäßig zu warten. Es empfiehlt sich
ein Turnus von fünf Jahren. Nach mehreren Starkstürmen innerhalb
kurzer Zeit sollte sicherheitshalber ein weiterer Wartungstermin
erfolgen.
Grundsätzlich gilt, dass die Windsogfestigkeit einer Bleidachdeckung größer wird, je kleiner das Format, je dicker das Blei und je stabiler der Querstoß ist. Die Sicherung der Bekleidung erfolgt durch mechanische Befestigung auf der Unterkonstruktion. Als bevorzugte Ausführungstechnik empfiehlt sich die Doppelstehfalztechnik. Hierzu wird der Querstoß in einen durchgehenden Haft eingehängt. Es ist darauf zu achten, dass die Bleischaren in der Plattenmitte plan liegen und sich um maximal 1 Prozent des Achsmaßes aufbeulen.
Für sturmanfällige Bereiche hat sich Walzblei mit einer Regeldicke von mindestens 2,5 Millimetern bewährt. Im Vergleich zu einer Materialdicke von 2,0 Millimetern kann der Werkstoff so das Doppelte an Windlasten aufnehmen. Dies belegen wiederholte Versuchsreihen der Gütegemeinschaft Saturnblei. Ganz entscheidend ist obendrein die Formatgröße der Bleibleche. Als Richtwerte gelten 500 Millimeter als Abstand der Längsverbindungen (Scharbreite) beziehungsweise 1.000 Millimeter als Abstand der Querverbindung (Scharlänge). Die Abstände zwischen den Haften dürfen 400 Millimeter nicht überschreiten. Werden diese Grundregeln beachtet, sind Dächer und Fassaden gut für die Sturmsaison gerüstet.
Foto: Walzblei schützt das Chordach des Kölner Doms (Copyright Saturnblei)
Die Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. ist die zentrale Vereinigung von Walzbleiproduzenten und Vergabestelle des RAL-Gütezeichens „Saturnblei“ (www.saturnblei.de). Der Verband bietet technische Unterstützung in allen Anwenderfragen und qualifiziert Handwerker und Architekten weiter. Am bundesweiten Schulungsangebot der Gütegemeinschaft nehmen jährlich rund 500 Fachkräfte teil. Interessenten können sich online anmelden oder für neue Termine vormerken lassen.
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