Ziel der
IOM-Studie war es, das Risikopotenzial einer Übertragung von
Bleispuren über die Finger in den Mund zu bestimmen. Hierfür wurden
zahlreiche Kontakttests im Labor und an historischen Gebäuden
durchgeführt. Es wurde systematisch ermittelt, welche Materialmenge
infolge gelegentlicher oder regelmäßiger Berührungen mit Blei an die
Hände gelangt. Das Ergebnis: Selbst bei einem Handkontakt von bis zu
100 Sekunden lag die Menge von Bleipartikeln auf der Haut nur bei
durchschnittlich 1,54 µg/cm² (Mikrogramm pro Quadratzentimeter).
Aufgrund des vergleichsweise geringen Wertes können gesundheitliche
Beeinträchtigungen für Erwachsene prinzipiell ausgeschlossen werden.
Bei Blei ist eine Aufnahme über die intakte Haut nach gesicherten
arbeitsmedizinischen Erkenntnissen nicht anzunehmen
Schon
früh haben sich gerade deutsche Walzbleiproduzenten strenge
Qualitätsstandards gesetzt und sichere Verarbeitungsregeln für
Anwender aufgestellt. Die aktuellen Studienergebnisse sind Teil
einer freiwilligen Risikobewertung der Bleiindustrie zu möglichen
gesundheitlichen Gefährdungen. Diese bilden die Grundlage für
Verhaltensregeln und Leitlinien in der gesamten Industrie. Die
Gütegemeinschaft Bleihalbzeug e.V. weist darauf hin, dass sich
einfache Vorbeugungsmaßnahmen im Umgang mit Blei bewährt haben:
• Es empfiehlt sich, vor jedem Kontakt mit Lebensmitteln sowie vor
dem Rauchen vorsichtshalber die Hände zu waschen.
• Das Tragen von Handschuhen gewährleistet einen sicheren Griff,
bewahrt vor Verletzungen und schützt vor Verunreinigungen
beispielsweise beim Patinieren.
• Wird vor Jahrzehnten verlegtes Walzblei im Dachbereich entfernt,
ist es notwendig, eine Staubmaske zu tragen. Das schützt
zuverlässig vor dem ungewollten Einatmen feiner Bleipartikel.
• Zudem sollten Dachdecker und Klempner auf eine gute Durchlüftung
beim Löten und Schweißen in geschlossenen Räumen achten.
Beim Arbeiten mit Walzblei sind die gebotenen Vorbeugungs-
maßnahmen nicht strenger als bei vielen anderen Baustoffen. „Wer
schon wenige Grundregeln befolgt, kann gesundheitliche
Gefährdungen durch den Werkstoff ausschließen“, betont Jürgen
Seifert, Schulungsleiter der Gütegemeinschaft Saturnblei e.V..
Weitere Infos hierzu können online unter www.saturnblei.de
abgerufen werden.
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© Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. / 7.2.2008
