Köln, 23. Februar 2011 - Firste und Grate sind die Nahtstellen des Daches. Durch ihre exponierte Lage sind sie Wind und Regen besonders stark ausgesetzt. Eintretende Feuchtigkeit kann zu Schäden am gesamten Dach führen. Eine sichere bauliche Verwahrung ist daher von entscheidender Bedeutung. Gerade bei flachen Deckwerkstoffen greifen Handwerker für die Verwahrung von Firsten und Graten häufig auf Walzblei zurück. Der Werkstoff ist langlebig und flexibel an viele An- und Abschlusssituationen anpassbar.
Für den Umgang mit Walzblei stellen Firste und Grate eine Art Reifeprüfung dar. Bei der Ausführung sind alle grundlegenden Fertigkeiten rund um Walzblei gefragt. Das Zusammenwirken typischer Verarbeitungstechniken wie Treiben, Falzen, Schweißen und Befestigen sichert hochwertige Ergebnisse. Insbesondere Kreuzungspunkte an First und Grat erfordern handwerkliches Geschick. Wer als Handwerker diese Ausführungen beherrscht, ist auch für anspruchsvolle Walzblei-Projekte gerüstet.
Die Verwahrung
von Firsten und Graten folgt bewährten Regeln. Weit verbreitet ist
die überdeckende
Verwahrung mit Holzkern. Zunächst wird das zugeschnittene
Bleiblech trogförmig
vorgeformt und auf dem Holzkern platziert. Anschließend wird das
Blech an
beiden Seiten heruntergedrückt und durch Treiben an die Holzform
angepasst. Verzweigte
Stellen wie der Anfallpunkt von First und Grat oder der
Kreuzungspunkt mit
Längsverbindungen fordern besonderes Fingerspitzengefühl. In
vielen Fällen
bietet sich das Bleischweißen an, um Teilstücke zu ergänzen. Bei
Kreuzungspunkten
mit Längsverbindungen wird so häufig eine Verwahrung mit
aufgeschweißtem
Wulstsattel eingesetzt. Die Befestigung am Deckwerkstoff erfolgt
durch Hafte. Die
einzelnen Verwahrungsteile werden beim Grat an der oberen Kante am
Holzkern
angenagelt. Beim First erfolgt die Befestigung zur wetterseitigen
Kante hin. An
der gegenüberliegenden Kante wird das Blech mit dem angrenzenden
Bleiteil
überlappt und mit einer Hafte befestigt.
Alternativ können beim First die einzelnen Abdeckteile auch mit einfachem Liegefalz oder beidseitig eingefalztem Abdeckstreifen miteinander verbunden werden. Diese Art der Verbindung empfiehlt sich vor allem in windexponierten Lagen. Zum Schutz gegen Windsoglasten können zusätzlich Hafte angebracht oder eingefalzt werden.
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