Köln, 21. September 2012 - Fensterbänke an der
Außenfassade sind besonders sensible Stellen. Als exponierte
Bauteile sind sie Wind und Wetter direkt ausgesetzt. Obendrein
muss Feuchtigkeit von den Fensterscheiben schnell und sicher
abfließen können. Eine zuverlässige Verwahrung von Fensterbänken
ist von entscheidender Bedeutung. Alle Nahtstellen zwischen
Fenstern und Mauerwerk sind passgenau abzudichten. Bilden sich
undichte Stelle an den Fensterbänken, bleiben sie oft sehr lange
unbemerkt, warnt die Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. Über die
Jahre können enorme Folgeschäden an Mauerwerk und Fassade
entstehen.
Je
älter ein Gebäude ist, desto uneinheitlicher sind oft die
Fenstersimse. Nicht selten sind Besonderheiten wie unebene
Untergründe, schräge Flächen oder verwinkelte Ecken anzutreffen.
Obendrein zieren einige Altbaufenster mittig oder seitlich
Säulen. Häufig sind bei der Sanierung von älteren
Außenfensterbänken keine Standardlösungen möglich. Variierende
Bausituationen erfordern vor Ort eine individuelle Anpassung.
Die Verwahrung von Fensterbänken mit Walzblei ist eine
bevorzugte Lösung, nicht nur im Denkmalschutz. Auch bei vielen
sanierungsbedürftigen Gebäuden aus den 50er und 60er Jahren
lassen sich durch den Einsatz von Walzblei viele knifflige
Einbausituationen meistern. Der Werkstoff lässt sich flexibel an
viele bauliche Gegebenheiten anpassen und ist auch für komplexe
Anschlusssituationen geeignet.
Handwerker können sich bei Ausführungen mit Walzblei auf klare
Verarbeitungsregeln stützen. Die Gütegemeinschaft Saturnblei
nennt wichtige Praxistipps, um Außenfensterbänke flexibel und
dauerhaft zu verwahren.
Materialauswahl: Für die Einkleidung von
Außenfensterbänken empfiehlt sich Walzblei in einer
Materialstärke von mindestens 2 Millimetern. So sorgt das
Eigengewicht der Bleibleche für eine hohe Grundstabilität. Zudem
lassen sich die Bleche leicht verformen und präzise den
örtlichen Gegebenheiten anpassen.
Zuschnittsgröße: Bei einer Materialstärke von 2
Millimetern sollte die Länge des Bleiblechs maximal 1500
Millimeter und die Breite höchstens 330 Millimeter betragen. So
kann es bei Wärmeausdehnung zu keinen Aufstauchungen und
Rissbildungen kommen.
Befestigung: An der Laibung lassen sich Bleibleche in der
Regel im Wasserfalz des Fensterrahmens verankern. Alternativ
werden die Bleibleche aufgekantet und mit einem Überhangstreifen
abgedeckt. Alle Falze werden mit Haften verstärkt. Die
Abtropfkante der Fensterbank wird mit einem mindestens 50
Millimeter breiten Vorstoßblech unter dem Bleiblech
stabilisiert.
Oberflächenschutz: Naturbelassenes Walzblei sollte
grundsätzlich mit Patinieröl behandelt werden. Damit wird das
Material bis zur Bildung der natürlichen Patina nach rund sechs
Monaten geschützt. Eine Alternative ist der Einsatz von
industriell vorbeschichtetem Walzblei. So können keine unschönen
Schlieren auf unterliegendem Mauerwerk entstehen.
Foto: Michael Nebeler Bedachungen, Bedburg
Die Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. ist die zentrale Vereinigung von Walzbleiproduzenten und Vergabestelle des RAL-Gütesiegels „Saturnblei“ (www.saturnblei.de). Der Verband bietet technische Unterstützung in allen Anwenderfragen und qualifiziert Handwerker und Architekten weiter. Am bundesweiten Schulungsangebot der Gütegemeinschaft nehmen jährlich rund 400 Fachkräfte teil. Interessenten können sich online anmelden oder für neue Termine vormerken lassen.
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© Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. / 21.9.2012
