Walzblei - per Du mit der Umwelt
Die Auswahl und der Einsatz von Baustoffen hängt nicht nur von mechanisch-technologisch Eigenschaften, sondern zunehmend auch von Umweltaspekten ab. Wichtig ist dabei eine ganzheitliche Betrachtung: von der Herstellung über die Anwendung bin hin zur Entsorgung. Warum der Einsatz von Walzblei auch aus Umweltgesichtspunkten voll und ganz überzeugt.
Der kritische Anwender und Verbraucher erwartet eine möglichst umfassende und objektive Information über den ausgewählten Werkstoff. Von wachsender Bedeutung dabei ist die Beurteilung der Umweltverträglichkeit in ihren verschiedenen Ausprägungen. Zusätzlicher Handlungsdruck entsteht durch den Gesetzgeber, der auf eine immer höhere Umweltverträglichkeit von Baustoffen drängt. Es ergeben sich weitreichende Konsequenzen: Die EU-Chemikalienverordnung verlangt die Nachprüfung von Zehntausenden Produkte und die Volldeklaration von Inhaltsstoffen setzt sich zunehmend durch.
Vorreiter im umweltgerechten Umgang mit Werkstoffen ist die Metallindustrie. Die Basis hierfür bietet eine systematische Materialforschung über Jahrzehnte unter Beachtung wachsender Auflagen. Gerade Walzbleiproduzenten haben sich schon früh strenge Qualitätsstandards gesetzt und können jetzt umfassend über die Umweltaspekte ihrer Produkte berichten.
Für die Beurteilung der Umweltverträglichkeit von Werkstoffen sind vier zentrale Kriterien maßgeblich: hohe Langlebigkeit, sichere Anwendung, unbegrenzte Mehrwegfähigkeit und schonender Ressourcenumgang. Ihr Zusammenspiel verdeutlicht die Umweltpyramide. Die vier Kriterien stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis, sind aber auch unabhängig voneinander zu betrachten.
Hohe Langlebigkeit
Die Umweltwirkung von Werkstoffen kann nur unter Berücksichtigung ihres Nutzungszeitraums richtig beurteilt werden. Je länger Produkte in gleich bleibender Qualität zum Einsatz kommen, desto besser ist auch ihre Umweltverträglichkeit. Dadurch unterliegen vermeintlich umweltgerechte Werkstoff mit einer eng begrenzten Nutzungsdauer teilweise einer anderen Betrachtung.
In Gegensatz dazu ist Walzblei ein Musterbeispiel für Langlebigkeit. Walzblei ist eines der beständigsten Baumaterialien überhaupt. Fachgerecht verlegt übersteigt seine Lebensdauer die eines Hauses bei weitem. Sakralbauten belegen eine Lebensdauer, die weit über Jahrhunderte reicht.
Sichere Anwendung
Bei unsachgemäßer Anwendung können viele Werkstoffe unsere Umwelt belasten – das gilt natürlich auch für Blei. In den letzten Jahrzehnten ist Blei daher in belastenden Anwendungen (z.B. Benzin und Trinkwasserrohren) weitestgehend verschwunden. Zu Unrecht wird Blei häufig pauschal als gesundheits- und umweltbelastendes Metall angesehen. Die Risiken von Blei sind bekannt, werden ständig weiter minimiert und sind komplett beherrschbar.
Die mögliche Umweltgefährdung durch Abschwemmung von bleihaltigen Dachbaustoffen war lange Zeit ein Angriffspunkt gegenüber Walzblei. Die Menge des Abtrags resultiert aus einem komplizierten chemischen Prozess, der unter Berücksichtigung der schützenden Korrosionsbildung und der Wasserlöslichkeit der Bleiverbindung vonstatten geht.
Nach neusten wissenschaftlichen Untersuchungen sind die Abtragsraten in der Praxis viel niedriger als bislang unterstellt und für die Umwelt unbedenklich. Gleich zwei von der Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) veröffentlichte Langzeitstudien haben den Abtrag von verschiedenen Walzblei-Arten unter realen Einbausituationen analysiert und ausgewertet.
Der Abtrag beträgt lediglich ein Fünftel der bisher zugrunde gelegten Zahlenwerte. Von den insgesamt zwölf untersuchten Walzblei-Arten mit unterschiedlichen Zulegierungen erzielte Saturnblei (Pb 0,05 Cu) mit einer mittleren Abtragsrate von ca. 1 g(m² x a) für Verwahrungen beste Werte. Ausführliche Informationen zu den aktuellen Studienergebnissen können über die Gütegemeinschaft Bleihalbzeug e.V. (www.saturnblei.de) angefordert werden.
Unbegrenzte Mehrwegfähigkeit
Viele Werkstoff-Produzenten unternehmen im Zuge gesetzlicher Auflagen wachsende Anstrengungen in Sachen Mehrwegfähigkeit. Sie streben nach einer hohen Recyclingquote, um eine umweltgerechte Produktion und Wiederverwertung von Werkstoffen zu gewährleisten.
Recycling liegt in der Natur von Blei. Was andere Werkstoffe durch aufwändige Prozesse und Kontrollen anstreben, ist bei Blei eine materialgebundene Selbstverständlichkeit. Blei ist das Metall mit dem höchsten Rückgewinnungsanteil. Entsprechend umweltgerecht ist Walzblei: Der Werkstoff bis nahezu 100 Prozent für ein neues Produkt wiederverwertet werden, unabhängig davon wie oft und wie lange es vorher genutzt wurde. Das gleiche Material, das heute als Abdichtung an einem modernen Haus verwendet wird, könnte bereits vor über hundert Jahren an einer Kirche eingesetzt worden sein.
Die Eigenschaften des Metalls und die bewährten technischen Verfahren machen das Recycling theoretisch unbegrenzt wiederholbar. Dabei kommt es praktisch nicht zu Qualitätsminderungen. Im Gegensatz zu Einweg-Werkstoffen ist Walzblei damit ein vorbildlicher Mehrweg-Werkstoff.
Schonender Ressourcenumgang
Die Leistungen der Bauwirtschaft fordern ihren Preis: Die Branche verbraucht rund 40 Prozent der natürlichen Ressourcen. Zudem ist ein hoher Energiebedarf erforderlich bei der Herstellung und Anwendung von Werkstoffen erforderlich. Der sparsame Einsatz von Ressourcen und Energien rückt zunehmend in den Mittelpunkt von Umweltdiskussionen.
Blei ist ein ursprünglicher Werkstoff der Natur. Der Energieaufwand ist sowohl bei der Gewinnung von Blei als auch bei dessen Verarbeitung äußerst gering. Ein niedriger Schmelzpunkt von 327 Grad schont Ressourcen. Gleichzeitig ist der Werkstoff leicht form- und gießbar, was sich Menschen in der Verarbeitung schon weit über 10.000 Jahre zunutze machen.
Darüber hinaus erfordern Auslieferung und Transport des Werkstoffs keine Umverpackung, sondern allein wieder verwertbare Paletten. Konsequenter ist Müllvermeidung kaum denkbar.
Die Analyse aller relevanten Kriterien für die Umweltverträglichkeit kennzeichnen Walzblei als umweltfreundlichen Werkstoff. Der Baustoff zeichnet sich durch eine hohe Langlebigkeit, eine sichere Anwendung, eine unbegrenzte Mehrwegfähigkeit und einen schonenden Ressourcenumgang aus. In der Summe bedeutet dies, dass Walzblei auch unter Umweltgesichtspunkten überzeugt.
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© Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. / 04.04.2006
