In der Bedachung müssen Handwerker viele und sehr unterschiedliche Materialübergänge meistern. Schon kleine Verarbeitungsfehler können schwerwiegende Folgen haben. Auf Grund seiner Flexibilität und Vielseitigkeit wird sehr gerne auf Saturnblei zurückgriffen. Nachfolgende Anwendungstipps gewährleisten eine sichere und dauerhafte Verwahrung.
Die Ausnahme ist an Dach und Fassade häufig die Regel. Dachdecker haben immer aufs Neue mit Anschlussstellen zu tun, die in Lage, Form, Größe und Materialbeschaffenheit sehr unterschiedlich sind. Oft treten bei Dachlandschaften neben Schornsteinanschlüssen auch längs- oder querseitige Vorsprünge auf. Zudem sind bei der Auskleidung von Kehlen geeignete Lösungen zu finden, die den konstruktiven Besonderheiten des Bauobjektes gerecht werden.
Ein Material für alle Fälle
Jedes Dach erfordert An- und Abschlüsse unterschiedlicher Art. Die Anwendung reicht dabei von Kaminverwahrungen, über Abdeckungen von Brandmauern bis hin zu Kehlen und Maueranschlüssen. An- und Abschlüsse haben die Funktion, das Eindringen von Regenwasser zwischen Dachdeckung und aufgehendem Bauteil zu verhindern. Nur wer eine zuverlässige Lösung parat hat, erzielt qualitativ hochwertige Ausführungen. Die Wahl des richtigen Werkstoffs ist von entscheidender Bedeutung. Handwerker benötigen eine Materiallösung, die sich flexibel an unterschiedliche Verwahrungssituationen anpassen lässt und gleichzeitig dauerhafte Befestigungen gewährleistet. Traditionell kommt Saturnblei häufig bei An- und Abschlüssen aller Art zum Einsatz. Das Produkt wird in der Denkmalpflege bei Altbausanierungen und Neubauten als bevorzugtes Material verwendet.
Der Grund hierfür liegt in einer Vielzahl von Produktvorteilen, die Saturnblei in sich vereint. Neben seiner Korrosionsbeständigkeit zeichnet sich der Werkstoff durch ein hohes Eigengewicht aus, sodass keinerlei Klebeverbindungen erforderlich sind. Von besonderem Vorteil ist zudem die leichte Formbarkeit des Materials. Dies gewährleistet kurze Montagezeiten. Aufgrund seiner enormen Langlebigkeit empfiehlt sich Saturnblei auch unter ökonomischen Gesichtspunkten. Darüber hinaus erweist sich der Werkstoff mit einer Recyclingquote von nahezu 100 Prozent auch unter Umweltaspekten als vorbildlich. Durch die gute Kombinierbarkeit mit anderen Werkstoffen eröffnen sich Handwerkern in der Praxis vielfältige Einsatzmöglichkeiten.
Anschlüsse an Dach und Mauerwerk
Eine typische Situation ist der Anschluss ans Mauerwerk. Walzblei eignet sich dafür in besonderem Maße, da der Werkstoff eine sichere und langlebige Verwahrung gewährleistet. Handwerker benötigen für die Ausführung keine speziellen Werkzeuge, so dass sich die Verarbeitung als besonders einfach erweist.
Aufgrund witterungsbedingter Materialdehnung darf Saturnblei nicht direkt zwischen zwei Bauteilen befestigt werden. Deshalb sind Kappleisten über den Bleiblechen anzubringen. In der Praxis werden aufgesetzte Kappleisten oft mit Dichtschnur und Silikonabdichtung ausgeführt. Alternativ lassen sich Übergänge von Metallarbeiten zum Mauerwerk auch mit Bleiwolle sicher und dauerhaft abdichten. Das Material wird durchlaufend verstemmt. Bleiwolle passt sich flexibel an Baufugen unterschiedlicher Art und Größe an und bietet nachhaltige Stabilität. Es bildet eine homogen abdichtende Sperrschicht und isoliert dadurch verlässlich gegen eindringende Feuchtigkeit.
Bei seitlichen Anschlüssen empfiehlt sich die Verlegung von Walzblei in Nocken oder Schichtstücken. Durch die Überlappung der Stufen kann seitlich eindringendes Regenwasser sicher auf das Dach abgeleitet werden. Zwischen Dach und aufgehendem Bauteil können Bewegungen auftreten. Deshalb sind Verwahrungen immer so zu konstruieren, dass sie dadurch nicht beschädigt oder in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Mit Saturnblei lassen sich für alle Anwendungen sichere Abdichtungen herstellen.
Eine genaue Abmessung der Bleibleche ist maßgeblich für ordnungsgemäße Ausführungen. Die Tabelle „Der richtige Zuschnitt“ zeigt die maximalen Längen und Breiten für glattes und plissiertes Blech. Werden diese Vorgaben überschritten, kann es bei Wärmeausdehnung zu Aufstauchungen und zu Rissbildungen an den Aufstauchkanten kommen. Grundsätzlich gilt: Je dicker die Materialstärke ist, umso größer kann der Zuschnitt gewählt werden.
Verwahrungen auf Flachdächern
Auch die Lage und Position von Anschlussstellen stellt ganz individuelle Anforderungen an einen Werkstoff. Flachdachanschlüsse an senkrechtes Mauerwerk werden mit einem waagerechten Überhangstreifen aus Blei von vorzugsweise 2,0 mm Dicke verwahrt. Die Anschlüsse müssen den wandseitig hochgeführten Deckwerkstoff ausreichend überdecken und seitlich mindestens 100 mm überlappen. Besteht zwischen Wand und Flachdach eine Gebäudedehnungsfuge, so muss die Dreikantleiste als vollflächige Unterlage für den Überhangstreifen an der Wand befestigt werden. Dadurch ist die Verwahrung vollständig vom Flachdach getrennt und kann durch unterschiedliche Bewegungen der beiden Baukörper nicht beeinträchtigt werden.
Der Traditionswerkstoff Saturnblei bietet für alle in der Praxis vorkommenden An- und Abschlüsse sichere Lösungen. Handwerker profitieren von einem klaren Regelwerk, das in Abstimmung mit dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima e.V. (ZVSHK) und dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e.V. (ZVDH) erarbeitet worden ist. Das ermöglicht eine fachgerechte Verarbeitung auf der Basis bewährter Standards.
Gerade bei Routine-Anwendungen sollte immer auf eine sorgfältige Ausführung geachtet werden. Andernfalls schleichen sich leicht kleine Verarbeitungsfehler ein, die mitunter schwerwiegende Folgeschäden nach sich ziehen. Der Infokasten beschreibt die wichtigsten Grundregeln, die zu einer fehlerfreien Anwendung von Saturnblei beitragen. Ausführliche Verarbeitungshinweise sind im Handbuch „Blei im Bauwesen“ geregelt, das unter www.saturnblei.de bestellt werden kann.
Anwendungsfehler vermeiden
Für Saturnblei sind An- und Abschlüsse die häufigste Anwendung in der Bedachung. Wenn nachfolgende Grundregeln beachtet werden, erweist sich der Werkstoff als sichere Universallösung für Verwahrungen aller Art. Weitere Details finden sich im Handbuch „Blei im Bauwesen“ der Gütegemeinschaft Bleihalbzeug e.V..
Die richtige Länge: Für Bleibleche sind maximale Längen vorgeschrieben. Einflussfaktoren sind die Materialdicke, die Dachneigung und temperaturbedingte Längenänderungen. Als Faustformel gilt hierbei: Bei einer Dicke von 1,25 mm ist das Material nicht über 1 m Länge und 0,3 m Breite zu verlegen. Eine sorgfältige Abmessung vor der Verarbeitung ist Pflicht.
Die richtige Befestigung: Das Bleiblech darf nicht fest zwischen zwei Bauteilen eingespannt sein. Es muss gewährleistet sein, dass die Bleibleche nur punktuell direkt befestigt werden. Die Befestigung erfolgt in der Regel mit Nägeln oder Schrauben. Der Abstand zwischen den Befestigungen sollte eine Länge von 15 cm nicht überschreiten.
Der richtige Oberflächenschut: Bei Verwahrungen aus neuem Blei können in den ersten Tagen durch den Kontakt mit Regenwasser Schlieren auf den Dachwerkstoffen unterhalb der Verwahrung entstehen. Dieser Effekt wird vermieden, wenn die Oberfläche direkt mit Patinieröl behandelt wird. Alternativ kann auch farbiges, sowie zinnbeschichtetes Walzblei zum Einsatz kommen.
Bildquellen:
Foto „Dachlandschaft mit typischen Verwahrungen“
© European Lead Sheet Industry Association
Tabelle: „Der Richtige Zuschnitt“ und Zeichnung „Waagerechter Anschluss mit Überhang bei einer Dehnungsfuge“
© Gütegemeinschaft Bleihalbzeug e.V.
Pressekontakt:
conovo media GmbH
Kolumbastr. 5
50667 Köln
Tel.: 0221.35 68 60-0
Fax: 0221.35 68 60-55
E-mail: info@conovo.de
© Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. / 23.04.2013
