Bei vorspringenden Bauteilen stehen Bauklempner und Dachdecker oft vor der Frage der richtigen Abdeckung. Gerade Gesimse erfordern einen besonders resistenten und langlebigen Schutz. Gleichzeitig sollen auch ästhetische Aspekte berücksichtigt werden. Als universell einsetzbares Abdeckungsmaterial erfüllt Walzblei diese Anforderungen.
Starker Regen, intensive Sonneneinstrahlung oder wechselnde Winde: Vorspringende Bauteile werden durch Witterungseinflüsse in weit höherem Maße in Mitleidenschaft gezogen, als enkrechte Flächen. Insbesondere bei älteren Repräsentativbauten sind viele Vorsprünge betroffen. Sie bestehen oft aus Naturstein, der durch die Bewitterung schnell angegriffen wird. Viele Natursteinarten sind gegen schadstoffhaltige atmosphärische Einflüsse nicht resistent. Zudem können unter Frostbedingungen bei nassem Mauerwerk Teile der Oberfläche abplatzen.
Gerade vorspringende Bauteile erfordern eine besonders hochwertige Ausführungsqualität. Nur mit einem absolut dauerhaften und zuverlässigen Abdeckungsmaterial sind Handwerker und Bauherren vor unangenehmen Folgeschäden sicher. Neben der Funktionalität von Abdeckungen sollte zusätzlich die Optik berücksichtigt werden, damit ein ansprechendes esamtwerk erzielt wird.
Handwerker greifen in der Praxis häufig auf Saturnblei zurück. Der Werkstoff trägt aufgrund seiner natürlichen Produkteigenschaften viele Lösungen bereits in sich.
Saturnblei ist gegen extreme Witterungseinflüsse resistent und kann aufgrund seines hohen Eigengewichts leicht gegen Sturm gesichert werden. Selbst atmosphärische Schadstoffe und aurer Regen können dem Material nichts anhaben. Gleichzeitig wird der Werkstoff auch höchsten ästhetischen Ansprüchen gerecht, da er sich architektonisch dezent ganz nterschiedlichen Farbumgebungen anpassen lässt.
Gesimse in jeder Form und Größe
Die Anwendungsmöglichkeiten für Bleiabdeckungen sind sehr vielfältig. Nicht nur bei Neubauten lassen sich mit Saturnblei unterschiedliche Abdeckungsvarianten in hoher Qualität und attraktiver Ästhetik realisieren. Oft entscheiden sich Bauherren aufgrund von Erosionen am Mauerwerk nachträglich zu einer Abdeckung. Gerade Gesimse stellen Handwerker vor besondere Herausforderungen. Sie sind an Bauobjekten in ganz unterschiedlichen Größen und Tiefen vorzufinden. Die häufigsten Anwendungen in der Praxis und Besonderheiten in der Ausführung sind nachstehend aufgeführt.
Kleine Gesimse bis zu ca. 200 mm Tiefe benötigen in der Regel keinen Überhangstreifen. Gegebenenfalls lässt sich auch an der Wetterseite darauf verzichten, sofern es die regionalen Klima-verhältnisse zulassen. In sturm-, regen- oder auch schneereichen Regionen sollte jedoch eine zweiteilige Ausführung mit Überhangstreifen gewählt werden. Beistehende Abbildung zeigt eine beispielhafte Gesimsabdeckung bei einer geringen Wetterexposition. Im Falle eines deutlichen Gesimsgefälles von mehreren Zentimetern genügt eine seitliche Überlappung.
Mittlere Gesimse mit einer Tiefe von rund 200 mm bis 450 mm werden üblicherweise zweiteilig ausgeführt. Die wandseitige Aufkantung sollte hierbei ca. 75 mm betragen. Der Überhangstreifen wird an der unteren Kante durch Hafte gesichert. Die einzelnen Abdeckbleche werden durch den einfachen Liegefalz miteinander verbunden. In den Liegefalzen werden Hafte im Abstand von ca. 200 mm eingesetzt. Alternativ zum Liegefalz können auch eingefalzte Abdeckstreifen verwendet werden. Von der Windexposition hängt ab, ob an der Abtropfkante einzelne oder durchgehende Hafte verwendet werden. Wenn die Abtropfkante einige Zentimeter vor der vorderen Gesimskante liegt, ist grundsätzlich ein durchgehendes gewinkeltes Vorstoßblech zu verwenden. Bei geringem Gesimsgefälle bis etwa drei Grad reichen Hafte in den Falzen und in der Abtropfkante aus, um die Abdeckung gegen Abrutschen zu sichern. Bei stärkerem Gesimsgefälle werden zusätzliche Befestigungen benötigt.
Große Gesimse über 450 mm Tiefe mit einem Gefälle zwischen drei bis zehn Grad erfordern zusätzliche Befestigungen. So kann ein Abrutschen effektiv verhindert werden. In der Mitte der Abdeckung werden ein bis zwei Schrauben mit Unterlegscheiben und aufgelöteten oder aufgeschweißten Hauerbuckeln angebracht. An der wandseitigen Aufkantung ist das nicht notwendig, da die Befestigungen durch den Überhangstreifen abgedeckt werden. Sie sollten innerhalb des mittleren Drittels platziert sein, um die thermisch bedingten Bewegungen des Bleiblechs nicht zu behindern. Alternativ zu dieser Befestigungsmethode kann die wandseitige Aufkantung auch mit einer Anpressschiene befestigt werden.
Dabei richtet sich die Anzahl der Zwischenbefestigungen nach Tiefe und Gefälle des Vorsprungs. Bei Gesimstiefen bis etwa 300 mm im Gefällebereich von drei bis zehn Grad ist eine Zwischenbefestigung ausreichend. Für Tiefen bis zu rund 600 mm sind zwei Befestigungen erforderlich. Bei größeren Gesimstiefen müssen die Falzabstände verringert werden. So reicht die Kombination aus Zwischenbefestigung, Haften und Verschraubungen an der wandseitigen Aufkantung aus, um die Abdeckung dauerhaft zu sichern. Wenn das Gefälle mehr als zehn Grad beträgt, wird die Abdeckung im oberen Bereich durchgehend direkt befestigt, damit ein Abrutschen verhindert wird. Dies kann bei Gesimstiefen bis 600 mm durch eine Reihe von Befestigungspunkten im Abstand von 50 mm realisiert werden. Bei Tiefen über 600 mm sind zwei Reihen im Abstand von 75 mm erforderlich.
Für Handwerker, die mit Gesimsabdeckungen gut vertraut sind, stellen auch andere vorspringende Bauteile keine übermäßige Herausforderung dar. Der Werkstoff Saturnblei gewährleistet in allen Ausführungen funktionell ausgereifte und zugleich ästhetisch ansprechende Gesamtlösungen. Weitere Informationen und Verarbeitungshinweise finden sich in den Technischen Regeln der Gütegemeinschaft Bleihalbzeug e.V., die online unter www.saturnblei.de angefordert werden können.
Geeignete Verbindungen bei Abdeckungen
Die einzelnen Bleibleche müssen untereinander so verbunden werden, dass sie thermische Längenänderungen aufnehmen können. Je nach örtlichen Verhältnissen und Windlasten kommen in der Praxis unterschiedliche Ausführungen zum Einsatz. Dabei ist immer darauf zu achten, dass Blei nur in relativ kleinen Einzellängen verwendet wird, da es ein besonders weiches Baumetall ist. Hier die gängigsten Verbindungsarten bei Abdeckungen:
Seitliche Überdeckung: Hierbei handelt es sich um die einfachste Form der Abdeckung, die bei Gesimsen mit geringer Wetterexposition ausreichend ist. Dabei ist darauf zu achten, dass die Überlappung mindestens 100 mm beträgt. Diese Ausführung ist auch bekannt bei der Verbindung von An- und Abschlussblechen.
Einfach liegender Falz: Er ist für kleine bis große Gesimse geeignet. Der Vorteil dieser Abdeckungsart ist, dass sie ein flächiges, wenig profiliertes Aussehen bietet. Der Falz sollte 30 bis 50 mm breit sein.
Stoß mit eingefalztem Abdeckstreifen: Diese Variante eignet sich als Dehnungsstoß für waagerecht verlaufende Abdeckungen, wie z. B. auf Mauern. Der Stoß ist zwischen 70 und 100 mm breit.
Stoß mit eingelegtem Rohr (ca. 8-10 mm) aus Aluminium oder Kupfer: Das Rohr betont die Verbindung und stabilisiert sie zugleich. Diese Technik eignet sich besonders als Verbindung bei Gesimsabdeckungen. Die Breite des Stoßes sollte rund 70 mm betragen.
© Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. / 09.12.2008
